Bundesrat und Parlament wollen die Präimplantationsdiagnostik (PID) zulassen. PID bedeutet genetische Untersuchungen bei künstlich erzeugten Embryos schon vor der Einpflanzung in die Gebärmutter. So könnte beispielsweise Erbkrankheiten und Fehlbildungen der Chromosomen erkannt werden.

Solche Untersuchungen sind heute verboten. Um sie zu erlauben, braucht es neben einer Gesetzesrevision auch eine Verfassungsänderung. Mindestens drei ethisch heikle Schritte würden mit Verfassungs- und Gesetzesänderung möglich:

 

  1. 1. Es wäre erlaubt, mehr Embryos künstlich zu erzeugen, als es zur Einpflanzung braucht. Der Embryonenschutz wäre nicht mehr gewährleistet, würde wohl bald dahinfallen.
  2. 2. Selektionsverfahren bei Embryos zur Aussonderung von «lebenswertem» und «nicht lebenswertem» Leben könnte schon bald Realität werden.
  3. 3. Es käme wohl sehr rasch zu Diskussionen um die Produktion von sogenannten «Designer-Babys» (Kindern nach Mass). Wie weit sich dabei die Schleusen öffnen würden, ist völlig ungewiss.

 

Haltung der SEA

Die SEA sieht in dieser Entwicklung einen bedenklichen Paradigmenwechsel im Umgang mit menschlichem Leben. Sie empfiehlt daher, bei der Abstimmung zur Verfassungsänderung am 15. Juni mit Nein zu stimmen. Ebenfalls empfiehlt sie das revidierte Fortpflanzungsmedizingesetz, über das wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt abgestimmt wird, abzulehnen.

Webseiten
www.evppev.ch – Ansicht der EVP
www.fmedg-nein.ch – Referendumskomitee „Nein zu diesem Fortplanzungsmedizingesetz“

 

Medienberichte
Aargauer Zeitung, 15.04.16: Pro und Kontra, „Tests an Embryonen? Die zehn wichtigsten Antworten zur Abstimmung“