#wirsindauchJugendundSport

Zur Ausgangslage:
Das Bundesamt für Sport BASPO hat die Zusammenarbeit mit zehn christlichen Lagersport-Trekking Verbänden per Ende 2017 gekündigt. Die betroffenen Verbände können damit keine Leiter mehr ausbilden und in ihren Lokalgruppen keine Lager unter Jugend und Sport (J+S) mehr durchführen. Grundlage ist ein Entscheid des Bundesrats. Die Verbände sind empört, betreiben doch gerade christliche Verbände ganzheitliche Förderung von jungen Menschen.

 

Der Entscheid des Bundesrats, die Verträge mit christlichen Lagersport-Trekking Verbänden zu künden, trifft diese hart. Die betroffenen Verbände waren seit Jahrzehnten geschätzte Partner des Sportfachs «Lagersport-Trekking». Viele Inhalte der Ausbildung waren gar vom BESJ und anderen Verbänden mitentwickelt worden. Mit dem Entschied zieht das BASPO mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) gleich. Dieses hatte 2014 einer Vielzahl christlicher Verbände die Fördergelder entzogen. Die christlichen Verbände stellten die Glaubensförderung zu sehr in den Mittelpunkt, argumentierte das BSV. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte diese Haltung in mehreren Gerichtsfällen. Der Bundesrat beruft sich nun auf diese Gerichtsurteile und weitet den Geltungsbereich des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes (KJFG) auf Jugend und Sport aus. Die christlichen Verbände, schreibt das BASPO mit ähnlichem Wortlaut wie das BSV, setzten Sport lediglich als Mittel zur Erreichung religiös-missionarischer Ziele ein.

 

Für Andi Bachmann-Roth, Jugendbeauftragter der SEA ist die einseitige Qualifizierung ihrer Leiterausbildung und Lagergestaltung nicht nachvollziehbar: «Christliche Jugendarbeit steht nicht im Widerspruch zu einer ganzheitlichen Förderung. Gerade wegen der christlichen Überzeugung wollen wir dem ganzen Menschen zu einer positiven Entwicklung verhelfen».
Die Verbände beraten nun, wie sie auf den BASPO-Entscheid reagieren sollen. Sie schätzen die Zusammenarbeit mit Jugend und Sport nach wie vor und wollen auch künftig Kinder und Jugendliche durch ganzheitliche Angebote fördern.

 

Wir verfolgen die weitere Entwicklung und werden an dieser Stelle aktuelle Informationen zu dieser Thematik aufschalten.

Aktionen
Eigene Vernehmlassungsantwort schreiben – hier findest du eine Anleitung dazu
Kundgebung #wirsindauchJugendundSport am 1. Juli 2017 auf dem Bundesplatz in Bern
Bürgerpetition und Fotoaktion

 

SEA News-Beiträge
2. Mai 2017: «Bundesrat Parmelin ist für eine gemeinsame Lösung»
29. März 2017: «Jugend-Verbände reagieren auf BASPO-Entscheid»

 

Medienberichte
11. Juni 2017, SRF Religion (Audio, ab Minute 11 und 30 Sekunden): «Aktuelle Meldungen aus Kirchen und Religionen»
26. Mai 2017, Der Bund: «Christen rufen zur spielerischen Demo auf dem Bundesplatz»
3. Mai 2017, Aargauer Zeitung: «Nach Bundesratentscheid: Aargauer Politiker wehren sich gegen gestrichene J+S-Gelder»
29. April 2017, NZZ am Sonntag: «Die Bundesverwaltung hat überbissen. Es geht bei J+S um Sportförderung.»
27. April 2017, kath.ch: «26’000 Unterschriften sollen J+S-Gelder für freikirchliche Jugendarbeit retten»
26. April 2017, Der Bund: «Zu religiös für J+S-Fördergelder»
25. April 2017, reformiert.: «Wenn viel Gott drin ist, gibts kein Geld»
25. April 2017, reformiert.: «Nachvollziehbar, aber unfair»
25. April 2017, idea Schweiz: «26195 Unterschriften für Bundesrat Parmelin»
11. April 2017, idea Schweiz: «Fall J+S: Marianne Streiff trifft Guy Parmelin»
31. März 2017, 20 min.: «Bund streicht Freikirchen die J+S-Gelder»
31. März 2017, Blick: «Kein Geld für fromme Jugendlager»
31. März 2017, NZZ: «Fromme Jugend muss Lager künftig selber bezahlen»
27. März 2017, LifeChannel (Radiobericht): «Bund kündet Zusammenarbeit mit christlichen Jugendorganisationen»

Kontakt
Andi Bachmann-Roth
Jugendbeauftragter SEA
Tel. 079 413 32 09
abachmann-roth@each.ch