Im Rahmen des internationalen Gebetstags für die verfolgte Kirche findet am 13. und am 20. November der «Sonntag der verfolgten Kirche» statt. Die Fokusländer sind Algerien, Malaysia und Sudan. In der Schweiz wird der SVK von der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit organisiert.

Das Jahr 2016 geht als Jahr des Terrors in die Geschichte ein, auch für Christen. Weltweit hat die religiös motivierte Verfolgung zugenommen. Der Sonntag der verfolgten Kirche (SVK) macht am 13. und am 20. November auf diese Zustände aufmerksam. Die Schweizerische Evangelische Allianz ruft dazu auf, gemeinsam für die verfolgten und bedrängten Christen zu beten. Im Fokus des Projekts stehen dieses Jahr die Länder Algerien, Malaysia und Sudan.

Religiöse Intoleranz, Benachteiligung und Islamisierungspolitik
Algerien
steht ein politischer Wandel bevor, bei dem ein Nachfolger für den schwerkranken Präsidenten bestimmt werden soll. Im Zuge dieser Vorbereitungen hat das Parlament einer Revision der Verfassung zugestimmt. Ob die neue Verfassung die volle Glaubensfreiheit garantieren wird, ist nicht klar. Die Christen in Algerien leiden unter religiös intolerantem Verhalten wie Verachtung und Drohungen. Besonders prekär ist die Situation für Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind: Sie sind gesetzlicher Willkür, Diskriminierung und Feindseligkeiten von der eigenen Familie ausgesetzt.

Obwohl Malaysia als ein Vorbild für ein liberales und tolerantes islamisch geprägtes Land gilt, ist der Völkerstaat unter der Oberfläche zunehmend gespalten. Die malaiisch-islamische Hauptbevölkerungsgruppe wird gegenüber den ethnisch-religiösen Minderheiten klar bevorzugt. Beispielsweise bekommen Christen, die unter der Armutsgrenze leben, keine Stipendien wenn sie Christen bleiben. Nach der Verfassung ist die Scharia nicht auf gleicher Ebene mit dem Zivilrecht, in der Praxis hat sie aber eine sehr grosse Bedeutung.

Im Sudan ist der sunnitische Islam Staatsreligion und die Scharia oberste Grundlage des Rechtssystems. Der Präsident des Landes verfolgt eine Arabisierungs- und Islamisierungspolitik. Die systematische Verfolgung von Christen im Sudan erinnert an eine Politik der ethnischen Säuberung. Insbesondere Christen mit muslimischem Hintergrund sind betroffen: ein normales Leben ist kaum möglich. Zudem ist die Presse- und Meinungsfreiheit stark beschnitten.

Nordkorea: wenig beachteter Spitzenreiter
Seit 14 Jahren belegt Nordkorea den ersten Platz im Weltverfolgungsindex. Der jährlich vom internationalen Werk «Open Doors» herausgegebene Index zeigt, dass die dortigen Christen einen extremen Grad an Verfolgung erleben: Das Land wird auf der Skala von 0-100 mit 92 Punkten eingestuft. Verdächtigt die Regierung einen Nordkoreaner des christlichen Glaubens, so wird er in ein Arbeitslager verbannt, wie auch seine gesamte Familie auf drei Generationen. Trotz dieser Zustände wird der nordkoreanischen Christenverfolgung weltweit kaum Aufmerksamkeit geschenkt.

Weitere Länder, die in die Kategorie «extremer Grad der Verfolgung» eingestuft werden, sind Irak (90 Punkte), Eritrea (89), Afghanistan (88), Syrien (87), Pakistan (87), Somalia (87), Sudan (84) und Iran (83).

Engagement schafft Zukunftsperspektiven
Die Mitgliederorganisationen der «Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit» (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz berichten anlässlich des SVK in verschiedenen Kirchgemeinden in der ganzen Schweiz über die Situation verfolgter Christen in ihrer Heimat. Auch Christen aus betroffenen Ländern sind zu Gast, so zum Beispiel aus Vietnam, Nordafrika und dem Nahen Osten. Sie erzählen aus erster Hand als Direktbetroffene von den Herausforderungen in ihrer Heimat und ihrem Engagement, das Hoffnung vermittelt und Zukunftsperspektiven schafft.

Die Daten der Anlässe, eine Verfolgungskarte sowie weitere Informationen zum Sonntag der verfolgten Kirche und den diesjährigen Fokus-Ländern finden sich auf der AGR-Webseite und dem detaillierten SVK-Dossier 2016: www.verfolgung.ch.

Kontakt
Linus Pfister
Präsident Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit
Linus.Pfister@hmk-aem.ch
033  334 00 55

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Religiös motivierte Verfolgung hat zugenommen

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