Der Vorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA nimmt Stellung zur Situation der Jugendverbände anlässlich der avisierten Kündigung derer Partnerschaft mit «Jugend + Sport». Vorab dankt der Vorstand SEA allen betroffenen Jugendverbänden für die wertvolle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er bedauert, dass die Bundesbehörden, offensichtlich ohne äusseren Anlass und nachvollziehbare Gründe, die Zusammenarbeit mit über 200 christlichen Jugendorganisationen beenden wollen. Dadurch würden eine grosse Anzahl Kinder und Jugendlicher von der Förderung durch den Bund ausgeschlossen.

Zürich, 2. Juni 2017 (sb) – Der Vorstand SEA zeigt sich über dieses Vorgehen irritiert und sieht die christlichen Jugendorganisationen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Weltanschauung vom Bund diskriminiert. In den Briefen des Bundesamtes für Sport (BASPO) war denn auch die Rede von «stark religiös» geprägten Organisationen, bei denen «die Glaubensvermittlung und nicht die Entwicklung des Jugendlichen» im Zentrum stehe.

Gleiches Recht für alle
Der Ausschluss wird damit begründet, dass neu auch das Kinder- und Jugendförderungsgesetz (KJFG) eine Voraussetzung für die Förderung durch Jugend + Sport darstelle. Die Herstellung dieses Bezugs (Sportförderung und KJFG) ist jedoch nicht zwingend und schwer zu begründen. Im selben Gesetz steht richtigerweise auch: «Der Zugang zu den Aktivitäten der ausserschulischen Arbeit soll allen Kindern und Jugendlichen in gleicher Weise offenstehen, unabhängig von Geschlecht, sozialer Zugehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Herkunft, Rasse, religiöser oder politischer Überzeugung oder Behinderung.» Dass der Bund nun dieselben Grundsätze der Nichtdiskriminierung, die er für Kinder und Jugendliche nennt, den Verantwortlichen von Jugendorganisationen nicht zugestehen will, ist inkonsequent und nicht nachvollziehbar. Selbst die Bundesverfassung nennt genau dieselben Punkte in Art. 8 auch und sagt: «Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.»

Ganzheitliche Förderung als Erfolgsfaktor
Wenn die Behörden christlichen Jugendorganisationen vorwerfen, dass sie wegen ihrer Glaubensvermittlung Jugendliche nicht ganzheitlich fördern, verkennen sie die Realität. Gerade weil die betroffenen Verbände christlich motiviert sind, fördern sie das Wohl von Kindern und Jugendlichen ganzheitlich. Die Werte der christlichen Kinder- und Jugendarbeit ermutigen die Verantwortlichen der SEA bis heute, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.

So engagiert sich die SEA z.B. in der Unterbringung von Flüchtlingen, unterstützt Nachhaltigkeits- oder Präventionsprojekte oder engagiert sich für ein Netzwerk mit Menschen mit Behinderung. Auch bei den betroffenen Verbänden fördert die christliche Grundhaltung ein positives gesellschaftliches Engagement.

Schweizer Bevölkerung will christliche Lager
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der SEA aus dem Jahr 2016 macht zudem deutlich, dass die Schweizer Bevölkerung christliche Lager befürwortet. Auch die Idee, diese mit öffentlichen Gelder zu unterstützen wird gemäss der Umfrage positiv beurteilt. Vgl.: http://each.ch/medienmitteilungen/familien-wurden-offentliche-fordergelder-fur-christliche-lager-kaum-abschaffen/

Der Vorstand SEA fordert, dass die angekündigten Ausschlüsse aus dem J+S-Programm nicht vollzogen werden und dass von den vorgesehenen Verordnungsänderungen abgesehen wird.

Lesen Sie mehr auf: http://each.ch/aktuellethemen/wirsindauchjugendundsport/

Kontakte
Marc Jost
Generalsekretär SEA
Tel. 076 206 57 57
mjost@each.ch

Andi Bachmann-Roth
Jugendbeauftragter SEA
Tel. 079 413 32 09
abachmann-roth@each.ch

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