Ende Januar veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BFS) die neuesten Ergebnisse zu den religiösen und spirituellen Praktiken und Glaubensformen in der Schweiz. Aus den Erhebungen ergeben sich einige spannende Resultate.

 

Die Mitgliederzahlen von Freikirchen entwickeln sich im Gleichschritt mit dem Wachstum der Schweizer Bevölkerung, was erfreulich ist. Gerade die Gruppe der «anderen evangelikalen Gemeinden», zu der die Freikirchen zählen, verzeichnet laut BFS-Statistik verschiedentlich überdurchschnittlich hohe «religiöse» Werte. So besuchen 72% mindestens einmal pro Woche einen Gottesdienst. Ein weiterer Indikator für Religiosität ist gemäss dem Bundesamt auch die Häufigkeit des Betens. 85% der Mitglieder der «anderen evangelikalen Gemeinden» beten täglich oder mehrmals täglich. Die hohen Werte bei der Anzahl Gottesdienstbesuche sowie beim täglichen Gebet sind auch auf das generelle Gefühl der Glaubenshingabe der Befragten zurückzuführen. So gehören Personen, die sich als eher oder sehr religiös einschätzen, in erster Linie dieser Gruppe (80%) an.

 

Wenn’s schwierig wird, hilft Religion
Spiritualität und Religion spielen im Alltag in der Schweiz meist eine Nebenrolle. Dies bestätigt die BFS-Statistik. Sobald sich Menschen jedoch in ungewohnten und besonders schwierigen Situationen zurechtfinden müssen, gibt ihnen ihre Religion grossen Halt. So gaben 56% der Befragten an, dass Religion und Spiritualität in schwierigen Momenten des Lebens eine eher oder sicher wichtige Rolle spielt.

 

Was jetzt?
Die Zahlen zeigen, dass Religion im Alltag gläubiger Menschen eine grosse Rolle spielt, was sehr erfreulich ist. Als Allianz muss es jedoch unsere Aufgabe und unser Ziel sein, die Gruppen ausserhalb der «anderen evangelikalen Gemeinden» zu erreichen. Was wäre, wenn für die obigen 56% der Bevölkerung Religion auch in Zeiten der Freude eine wichtige Rolle spielen würde? Ein Schritt in diese Richtung wäre, wenn unser Glaube an Jesus Christus fröhlich und selbstverständlich in allen unseren Lebensbereichen sichtbar würde. Die Offenheit für Religion in schwierigen Lebenssituationen einer Mehrheit der Bevölkerung fordert uns heraus, mutig von Jesus zu sprechen und dabei Gebet und Trost anzubieten.

 

Wir sehen die Zahlen als Ermutigung an. Trotz aller Säkularisierung – der Mensch bleibt «unheilbar religiös» (Nikolai Berdjajew). Mit unseren Sektionen und Arbeitsgemeinschaften wollen wir als SEA sowohl in schwierigen als auch in einfacheren Lebensabschnitten Gemeinschaft anbieten, positive Ansätze zu den Herausforderungen des Lebens einbringen und unseren Glauben mutig teilen. So werden bei der nächsten Umfrage die «religiösen Werte» deutlich höher sein.

 

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS)