Junge Flüchtlinge alleine unterwegs. Wer würde schon seinen 16-jährigen Sohn alleine um die halbe Welt schicken? Gerade das passiert aber seit rund drei Jahren vermehrt. In Europa waren im Jahr 2016 über 63‘000 Jugendliche alleine unterwegs, welche entweder auf der Flucht von ihren Eltern getrennt wurden oder ganz ohne Eltern flüchteten. In den letzten drei Jahren kamen 5‘500 von ihnen in die Schweiz. Diese Jugendlichen brauchen unsere Hilfe, um sich in diesem, ihnen fremden Land und mit ihrer oft sehr bewegten Vergangenheit einzuleben und wieder Boden unter den Füssen zu finden.

 

Flyer Flüchtlingssonntag 2018 (PDF)

Wir laden ein zum …

Beten und Inspiration

 

Brücken bauen: Ressourcen und Hintergrundinfos für Jugendleiter, Pastoren und Interessierte

  • Möchten Sie als Pastor oder Jugendpastor ihrer Gemeinde einen Einblick in die Herausforderungen und Chancen junger Flüchtlinge sowie Freuden und Leiden von Pflegefamilien geben? Sie haben die Möglichkeit, am Flüchtlingssonntag oder an einem anderen Tag Pflegeeltern oder wenn möglich einen jungen Flüchtling mit seinen Pflegeeltern in einen Gottesdienst oder an einen ähnlichen Anlass einzuladen und zu interviewen? Melden Sie uns Ihr Interesse via online-Formular…

 

 

 

 

  • Buch: «Wir wollen leben – Flüchtlinge erzählen: 15 ergreifende Erfahrungsberichte»
    Die Geschichten dieses Buches beschreiben die harte Alltagsrealität von Menschen unterschiedlichster Kulturen, die alles hinter sich gelassen haben, was ihnen lieb und teuer war. Sie flohen vor Krieg, Misshandlung und Perspektivenlosigkeit. Angetrieben von der Hoffnung, wieder ein Leben in Würde und Sicherheit führen zu können, kommen sie auch zu uns. Diese Lebensporträts helfen unserer Gesellschaft, die in der Migrationsfrage zwischen Ablehnung und Menschlichkeit schwankt, in den Flüchtlingen nicht primär ein Problem, sondern Mitmenschen zu sehen.
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Handeln: Dein Engagement

  • Essen: Regelmässige Einladung zum Essen 1 x pro Woche im Rahmen von «Mitten unter uns» oder «+1 am Tisch». Wenn deine Kinder sowieso zusammen mit diesen Jugendlichen in die Schule gehen, dann geht das auch ganz spontan im Rahmen des Klassenverbundes.

 

 

  • Hausaufgabenhilfe: Engagiere dich mit deinen Fähigkeiten als Coach und Unterstützerin bei den Hausaufgaben an (am besten mehrmals wöchentlich) für eine bestimmte Zeit (3-6 Monate)

 

  • Wohnraum: Falls du oder deine Familie ein Zimmer oder eine Wohnung frei haben, biete diesen Wohnraum den zuständigen Organisationen an. Auch Jugendlich über 18 Jahre alt sind allenfalls froh, wenn sie einen Vermieter finden, der ihnen eine Wohnung als WG anbietet.

 

  • Pflegefamilie: Die Kinder und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern geflüchtet sind, brauchen einen Ort, an dem sie Geborgenheit und ein Zuhause erleben dürfen. Wir sind überzeugt, dass die Familie ein ideales Umfeld bieten kann, um die minderjährigen hilfesuchenden Jugendlichen in unsere Gesellschaft zu integrieren. Gesucht sind deshalb nach wie vor Familien die bereit sind, ihre Türen zu öffnen und Platz zu bieten, um solchen Menschen ein unterstützendes Gegenüber zu sein. Dies ist eine Bereicherung, aber zugleich auch eine grosse Herausforderung für eine Familie. Darum ist es wichtig, dass jede Familie gute Unterstützung während einer Platzierung erhält. Die Jugendlichen haben zudem einen Beistand/Beiständin, die sich um ihrer rechtlichen Belange kümmert.

 

Was ist eine Pflegefamilie? Die Pflegefamilie ist ein Sozialisationsort, an dem ein Mensch Geborgenheit findet, lebt, versorgt, unterstützt und gefördert wird. Pflegeeltern oder Pflegepersonen sind Erwachsene, die mit oder ohne eigene Kinder ein Kind oder eine Jugendliche bzw. einen Jugendlichen für eine kurze oder längere, eine bestimmte oder unbestimmte Zeit bei sich aufnehmen und in den eigenen (Familien-) Alltag integrieren. In Ausnahmefällen kann es sein, dass bspw. eine alleinerziehende Frau ein Pflegekind aufnimmt, da es für den Klienten aufgrund traumatischer Erfahrungen (professionelle Abklärung) besser ist, wenn er/sie im nahen Lebensumfeld mit keinem Mann konfrontiert ist.

 

Falls Sie sich näher mit dieser Frage auseinandersetzen möchten oder mehr Informationen brauchen, wenden Sie sich bitte an diese Fachorganisationen: Verein prima-familia, familynetwork.ch, Shelterschweiz.ch

 

  • Ausbildung: Falls deine Firma Lehrlinge ausbildet, engagiere dich dafür, dass Jugendliche Flüchtlinge die extra Unterstützung dabei bekommen, auch wenn es etwas länger dauert – eine gute Investition in die Zukunft anyway. Weitere Infos zu Arbeit und Flüchtlingen bietet www.fluechtlingen-helfen.ch/arbeit.