Ostern: Leben als unendlich Beschenkte

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Menschen aus der Allianz-Bewegung erzählen, was Ostern mit ihnen macht. Ostern – dieses Ereignis, das in unvergleichlicher Weise das liebende und grosszügige Wesen Gottes zum Ausdruck bringt.

An Ostern zeigt sich uns Gott auf unvergleichliche Weise als Schenkender. Am Kreuz gibt Gott sich selbst für uns hin. Gott ist eben kein Weihnachtsmann- oder ein Kuhhandel-Gott. Er gibt nicht ab und an ein kleines Geschenk oder belohnt die besonders Braven unter uns. Gott gibt nicht aus einem bestimmten Grund. Geben ist Teil seines Wesens – er kann gar nicht anders. Oder wie Martin Luther es sagte: «Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe.» Liebe ist Gottes innerstes Wesen und nicht nur Teil von manchen seiner Handlungen. Gottes Geben ist also keine blosse Laune. Gottes Liebe sucht keinen eigenen Vorteil, sondern verströmt sich und schafft Gutes. Prägnant wurde dieses unverschämt grosszügige Wesen Gottes in der letzten These der Heidelberger Disputation (1518) beschrieben: «Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt. Die Liebe des Menschen entsteht nur an dem, was sie liebenswert findet

Ostern ist daher auch die Chance, uns selbst als unendlich Beschenkte wahrzunehmen. Alles, was wir sind und haben, kommt aus den Händen unseres liebenden Gottes. Und der Strom des Lebens Gottes darf im Alltag auch durch uns fliessen. Nicht nur in besonders «heiligen» Augenblicken, sondern auch gerade dann, wenn wir am Arbeiten sind.[1] Wie erleben Menschen im Allianz-Netzwerk dieses österliche Beschenkt-Sein?

[1] Volf, Miroslav: Umsonst. Geben und Vergeben in einer gnadenlosen Kultur. Giessen, Basel 2012, Brunnen-Verlag, S. 65.

 

Ella Levashova (Administration SEA):

Für mich ist Ostern eine Erinnerung daran, dass Hoffnung stärker ist als Angst und Leben stärker als der Tod. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Veränderungen berührt mich die Botschaft von Ostern besonders: Gott gibt sich selbst aus Liebe. Dieses Geschenk lädt mich ein, mein Leben mit Dankbarkeit zu sehen und diese Liebe auch im Alltag weiterzugeben – in kleinen Gesten, in Geduld und im Vertrauen, dass neues Leben immer möglich ist.

Kati Rechsteiner (Vorstand SEA):

An Ostern gibts zwar keine Weihnachtssterne mehr. Jedoch kommt an O-STERN das zur Vollendung, was der Stern den Hirten und Weisen verkündet hatte: Mit Christus kommt das Licht der Welt, das stärker ist als alle Finsternis, in unsere Welt hinein. In Jesaja 9,1 steht: «Das Volk, das in der Fin-STERN-is lebt, sieht ein grosses Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind.» Ostern erinnert mich daran, dass die Dunkelheit ein Ende hat. Spannenderweise bleibt vom Wort Finsternis genau Fin-is (= lateinisch für «Ende») übrig, wenn man den Stern herausnimmt. Weiter erinnert mich Ostern daran, dass Jesus eines Tages als Morgenstern aller Finsternis endgültig ein Ende setzen wird. Das steht noch aus, aber darauf hoffe und freue ich mich!

Michèle Ryter, Hope Factory Raron (neues Kollektivmitglied SEA):

Leben als unendlich Beschenkte bedeutet für mich: Durch Jesus habe ich freien Zugang zu meinem Vater im Himmel. Er verdammt mich nicht und ich darf mit meinen Verfehlungen und Kämpfen zu ihm kommen. Ich muss nichts verstecken, sondern darf alles ans Licht bringen, und er vergibt mir von Herzen gern. Bei ihm finde ich echte Freiheit, die mein Herz zum Tanzen bringt. Das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Ich bin Gottes geliebte Tochter. Er ist immer bei mir und durch seinen Heiligen Geist nimmt er mich an der Hand und zeigt mir liebevoll, was wir gemeinsam anschauen dürfen.

Peter Wilburg (Marketing und Beziehungsmanagement SEA):

Ostern ist mehr, als wir verkraften können, denn Gott ist mehr, als wir begreifen können. Ich glaube, wir können das Geheimnis von Ostern erst wirklich begreifen, wenn es anfängt, uns zu überwältigen. Stellen Sie sich vor: Gott (vor allem im Abendmahl) gibt SICH SELBST in unsere Hände… krass! Das ist Vertrauen und Grosszügigkeit auf höherem Niveau. Was sollen wir nun tun, wenn wir die Tatsache vergegenwärtigen, dass Gott sich uns freiwillig geschenkt hat? Zuerst macht es uns demütig. Und auf geheimnisvolle Art aktiviert diese grösste Tat der Grosszügigkeit den Willen und die Fähigkeit, in wahrer Freiheit als Kinder Gottes zu leben. Das ist die beste Nachricht!

Markus Zuberbühler (SEA-Arbeitsgemeinschaft Glaube und Behinderung):

Kürzlich begegnete ich einem älteren Ehepaar. Die Frau lebt seit Jahren mit einer fortschreitenden Krankheit im Rollstuhl. Seit fünf Jahren besuchen sie ihre Kirche nicht mehr. Der Aufwand, rechtzeitig bereit zu sein, wurde zu gross. Besonders bewegte mich ihre Aussage, dass sie seither niemand vermisst habe. Dabei hat uns doch Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung Gemeinschaft und Freundschaft mit ihm geschenkt. Ein deutliches Zeichen und Auftrag an uns, diese Gemeinschaft auch untereinander zu leben. Für mich ist dies das grösste Ostergeschenk: füreinander da sein, einander sehen und wahrnehmen und Beziehungen in Freundschaft gestalten.

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